Automatischer Werkzeugwechsel steht bevor

Schubert auf der interpack 2008, Düsseldorf                                                                                           

Schubert präsentierte eine Vielzahl von Neuerungen         

Crailsheim. Die interpack 2008 in Düsseldorf (24. bis 30. April 2008) stand für die Gerhard Schubert GmbH, Crailsheim, ganz im Zeichen des automatischen Werkzeugwechsels, eine Errungenschaft, die das Unternehmen auf den Weg gebracht hat und die die größte Veränderung hervorrufen wird, die es bei Verpackungsmaschinen in den nächsten Jahren geben wird. Auf dem rund 800 Quadratmeter großen Messestand in Halle 14, Stand A06/B11 von Schubert erwartete die Messebesucher ein Mix aus insgesamt sechsundvierzig TLM-Verpackungsrobotern.

 

So zeigte das Unternehmen erstmalig die kontaktlose Steuerungsankopplung von Werkzeugen an die TLM-Roboter. Bei den seit Januar 2008 angebotenen Maschinen und Anlagen muss kein Stecker mehr gezogen oder gesteckt werden, wenn ein Werkzeugwechsel anliegt. Das spart in der Summe bei der durchschnittlichen Verpackungsmaschine sechs bis acht Minuten an Umstellzeit und eliminiert etwaige durch Wackelkontakte hervorgerufene Steuerungs­ausfälle. Diese kontaktlose Steuerungsan­kopplung ist eine der Vorstufen zum automatischen Werkzeugwechsel.

 

Auf der interpack stellte Schubert erstmalig die TLM-PK-Maschine vor. „PK“ steht für Partner­komponente und bedeutet, dass im TLM-Maschinensystem zukünftig Komponenten von Partnerfirmen integriert werden. Die Messebesucher bekamen eine Fuji Schlauch­beutelmaschine, eine so genannte Flowpack­maschine zu sehen, die in ein TLM-Maschinensystem zum Verpacken von Schokoladeriegeln integriert ist. Folglich kann ab sofort eine Fuji-Schlauchbeutelmaschine innerhalb einer Schubert-Verpackungsanlage bestellen werden, die komplett in das TLM-System integriert ist. Die Aufschrift „Fuji“ auf dem TLM-Maschinengestell weist darauf hin, dass Fuji für Ersatzteile und Service zuständig ist.

 

Auf dem Markt bewähren konnte sich das Pick- and Place-Verfahren fürs Gruppieren von Produkten aller Art. Dieses Verfahren ermöglicht es, Produkte, die aus der Produk­tion kommen, direkt aus einer kontinuierlich zugeführten Unordnung heraus zu Gruppen zusammenzustellen. Das Verfahren ersetzt die bis heute üblichen Gruppierketten. Schubert zeigte in Düsseldorf drei An­wendungen, zwei davon im kontinuierlichen Dauerbetrieb. Zum einen wurden Getränkeflaschen in Multipacks verpackt, eine andere Version verpackte Joghurt-Flaschen oder Schokoladeriegel in Multipacks bzw. Verkaufskartons, die dritte Anwendung verpackte Keksbeutel in Versandschachteln. Der Anwendernutzen dieses modernen Gruppier- und Verpackungssystems sind höchste Flexibilität und kurze Umstellzeiten. Das moderne Schubert-Visionsystem führt eine lückenlose, individuell parametrierbare Qualitätskontrolle des bzw. der Produkte durch.

Die Thermoform-, Füll- und Verschließ­maschine TLM-T400, die mit einer Ultraschall-Siegel- und Stanzstation ausgerüstet ist, hat einen neuen kraftgeregelten Pressenantrieb erhalten und präsentiert sich fortan als fertiges einsatzfähiges FFS-Maschinensystem. Die Vorteile der Ultraschall-Verschließstation sind validierbare Versiegelung, selbst reinigende Siegelränder sowie eine leicht aufpeelbare Versiegelung mit integriertem Formstanzen bei hohen Werkzeugstand­zeiten. TLM Thermoform-, Füll- und Verschließmaschinen zeichnen sich durch einen schnellen Formatwechsel und kurze Umstellzeiten aus.

Die größten Innovationen von Schubert betreffen den Steuerungsbau. So ist es dem Marktführer von Top-Loading-Maschinen ge­lungen, die Anzahl der Bauteile eines Steuerungsrechners von früher 3000 auf heute 900 zu reduzieren. Das hat die Verfügbarkeit der Steuerung um Faktor Drei nach oben gebracht. Schubert Verpackungs­maschinensteuerungen (VMS) garantieren jetzt eine mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen („Mean Time Between Failures“) von 45 Jahren. Demnach fällt eine Schubert Steuerung – wenn überhaupt – erst nach 45 Jahren aus. Die neuen Rechner ermöglichen es Schubert, komplette Verpackungsanlagen steuern zu können. Auf der interpack 2008 wurde vom Unternehmen erstmals der Anlagen-Steuerungsleitstand vorgeführt.

Die Vierachsen-Roboter von Schubert präsen­tieren sich mittels leichten Carbonarmen, mit denen jetzt 25 Prozent höhere Leistungen erbracht werden. Das Standard-Bedienpanel ist gegen einen Aufpreis mit einer integrierten Eingabekonsole erhältlich. Der bewährte TLM-F2 Roboter, der vor 24 Jahren die Welt der Verpackungsmaschinen grundlegend verän­dert hat, erhielt ein von Grund auf neues Re-Design.

(„Mehr Roboter als Menschen“ – unter diesem Motto begrüßte Gerhard Schubert die Besucher auf dem Messestand in Halle 14, A06/B11.)